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Unspezifische Gesundheitsprobleme - Hitzestress / metabolische Alkalose? / Was ist Pansenfäulnis? / respiratorische Alkalose

Hitzestress ist nicht einfach ein Problem der "heissen Tage", sondern ein komplexer Stoffwechsel-Kreislauf.

Es muss nicht immer -- und schon gar nicht ursächlich -- ein Krankheitserreger sein (Virus oder Bakterium) !!
Unspezifische Gesundheitsprobleme
entstehen oft aus Umwelteinflüssen :
Futter, Wetter und Wasserqualität führen zu
Pansenfermentationsstörung
(kann aktuell in der MLP als "S" = Strukturmangel vermerkt sein)
Hitzestress ist nicht einfach ein Problem der "heissen Tage", sondern ein komplexer Stoffwechsel-Kreislauf, der die Gesundheit der Tiere stark beeinträchtigen kann.
Es muss nicht immer -- und schon gar nicht ursächlich -- ein Krankheitserreger sein -- eine gesunde Kuh ist gesund und eine immungeschwächte Kuh kann Symptome einer Krankheit zeigen (Virus oder Bakterium) !! gehen wir der Ursache der geschwächten Immunität nach :
Hitzestress als Verstärker einer Pansenalkalose
„Die "falsche" Pufferung" metabolische Alkalose
-
Trockenheit / langanhaltende Wärme (Kälte und Frost auch! ),
die Folge ist ein "Pflanzenstress" ->
Trockenzeiten erzeugen in Grund-Futtern sowie im Boden eine starke Beeinträchtigung des Wachstums, diese erhöht : -
↑ Nitrat (wird zu Nitrit im Pansen) ↑ Kalium (DCAB steigt)
↑ Rohprotein (puffert -> NH3 = pH 13) - pH -Wert steigt stark an und DCAB wird deutlich positiv
- daraus resultiert eine Pansenfermentationsstörung (S)
Und bei mir?
- Wann habe ich den ersten/ letzten Grasschnitt gemacht? wie verdaulich ist das RohProtein?
- War die Bodentemperatur über 10°C?
- War während des Grasschnittzeitpunktes noch Frost im Spiel?
- Hat das Heu bzw. Grassilage viel Zucker, der als Frostschutz gedient hat?
- Habe ich eine Grundfutterbestimmung vorgenommen und
auf Ethanol-Zucker oder wasserlöslichen Zucker untersucht? - Hatte der Grasbestand einen Hitzestress? Nitratbildung?
- Enthält der Gräserbestand viel Weissklee und Luzerne? Kalium? RP?
Die metabolische Alkalose entsteht bei den laktierenden Kühen durch:
- hohe Kaliumwerte im Grundfutter,
- tiefe Chlorid- und Schwefelrelationen,
- geringe Futteraufnahme während Hitzeperioden,
- verstärkte CO₂-Abatmung bei Hitzestress.
Dadurch könnten Kühe schon vor dem Auftreten klinischer Symptome in einem Zustand sein, in dem:
- Immunzellen weniger schlagkräftig arbeiten,
- Calcium schlechter mobilisiert wird,
- Entzündungsreaktionen verändert ablaufen,
- die Anpassungsfähigkeit an zusätzliche Belastungen sinkt.
Belastung des Stoffwechsels :
durch Nitrat im Futter. Dies entsteht, wenn die Pflanze gestresst wächst, zu früh und kurz geschnitten wird, Düngegaben zu nah am Schnittzeitpunkt erfolgt sind.
In Heu ist Nitrat konserviert, in der Silage kann es sich laaaangsaam abbauen.
Nitrat führt zu Nitritbildung im Pansen:
Eine subklinische Nitriterhöhung (oft im Bereich Tiermedizin/Nutztieren thematisiert) bezeichnet einen Zustand, bei dem der Nitritwert im Blut erhöht ist, aber noch keine sichtbaren Symptome einer Vergiftung hervorruft. Obwohl das Tier gesund erscheint, steht der Organismus bereits unter physiologischem Stress.
Gefahr: Schleichende Organschäden und Schwächung des Immunsystems.
Wirkung: Nitrit blockiert den Sauerstofftransport im Blut (Methämoglobinbildung)
- Symptome: Kein sichtbares Taumeln oder (aber) beschleunigte Atmung.
- Folgen: Verminderte Milchleistung, Wachstumsverzögerungen, Fruchtbarkeitsprobleme.
verursacht typischerweise:
Atemnot
= Sauerstoffmangel beeinträchtigte Sauerstoffversorgung
führt zu zusätzlichem Stoffwechselstress oft
verbunden mit einer respiratorischen Alkalose
==> Leistungsabfall
Das würde erklären, warum man häufig nicht eine einzelne Krankheit, sondern ein ganzes Bündel unspezifischer Probleme beobachtet: weniger Milch,
erhöhte Zellzahlen, Fruchtbarkeitsprobleme, Mortellaro-Schübe, mehr Mastitiden, träge Kühe und eine allgemein geringere Robustheit.
Aus wissenschaftlicher Sicht wäre die metabolische Alkalose dann nicht die Ursache der Probleme, sondern ein zentraler Verstärker innerhalb einer Kette aus Trockenstress, Futterveränderung und Hitzestress.
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Typische Symptome einer Alkalose
metabolische Alkalose
aus einem Rohproteinüberschuss durch Frisch-Gras mit Weissklee, Luzerne und "Stresswachstum" des Grases entsteht in den Pflanzen, schlecht oder unverdauliches, Protein (wie war der 1. Schnitt ?/ und diese Saison die weiteren?):
=> mehr Ammoniakbildung im Pansen (Ammoniak (NH3) = pH Wert 13)
starker Anstieg den pH Wertes im Pansen - über 7,2 aufwärts
höherer Entgiftungsaufwand in der Leber
=> zusätzliche Stoffwechselbelastung
reduzierte Funktion
- von Muskulatur (kann zum Unterbruch (kein Wiederkauen messbar) der Pansenperistalik führen)
- der Immunzellen
=> geringere Belastbarkeit
mehrere Belastungsfaktoren wirken gleichzeitig:
- Stoffwechselstress
- Hitzestress
- metabolische Alkalose
- verminderte Pansenfunktion
- reduzierte Immunabwehr
erhöhte Krankheitsanfälligkeit,
Leistungsdepression und unspezifische Gesundheitsstörungen,
diese Symptome können als Ursache eine Pansenalkalose sein. Diese wiederum vermindert die Verdaulichkeit von Struktur, welche dann als Struktur -Mangel (S) - Symptom ausgewiesen wird.
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Pansenoberfläche und Zotten entzündet.

Panseninhalt durch Alkalose unverdaut mit kaum Flüssigkeit (Tier trinkt und frisst nicht mehr).
Was ist eine Pansenfäulnis?
S = Strukturmangel / Pansenfermentationsstörung
Aus Pieper_Tagungsbericht Pieper_2011.pdf (dr-pieper.com) Zitat ab Seite 72 ff.
Pansenfäulnis :
Der bakteriell-fermentative Abbau von Kohlenhydraten zu Säuren wird als Gärung bezeichnet. Die pH-Verhältnisse im Pansen werden wesentlich durch die Menge an fermentierten flüchtigen Fettsäuren plus Laktat bestimmt.
In diesem Kontext kommt es zu einer für den Pansen typischen Besiedlung mit Mikroben. Das ändert sich grundlegend bei der Pansenfäulnis. Ausgangspunkt hierfür ist ein alkalischer Rationstyp mit einem geringen Gehalt an leicht fermentierbaren Kohlenhydraten und einem hohen Gehalt an Rohprotein (Abb. 47, siehe weiter unten).
Der Pansensaft-pH-Wert befindet sich, wie für eine Pansenalkalose typisch, im alkalischen Bereich über 7,0. Als zusätzlicher Störfaktor kommt jetzt noch die Aufnahme von verdorbenen Futtermitteln hinzu (fehlgegorene, stark schmutzhaltige oder verfaulte Silagen, verschimmelte Pressschnitzel und andere Feuchtfuttermittel).
Diese verdorbenen Rationsbestandteile bringen eine hohe Last an Fäulnisbakterien (Proteus, Clostridien ...) in den Pansen. Die Fäulnis wird durch den bakteriellen Abbau von proteinhaltigen Futterbestandteilen bestimmt. Es entstehen keine Säuren, sondern ein breites Spektrum an Stickstoffmetaboliten mit zum Teil erheblicher toxischer Wirkung. (wenn Buttersäure entstehen sind Clostridien vorhanden)
Diese pansenuntypischen Bakterien werden in einem gesunden Pansen durch den leicht sauren pH-Wert unterdrückt. In dem jetzt vorliegenden alkalischen Milieu können sie sich explosionsartig vermehren.
Sie bestimmen nun den Ablauf der mikrobiellen Verdauungsprozesse im Pansen. Sie verdrängen die physiologische mikrobielle Pansenbesiedlung. Statt durch Gärung werden die Nährstoffe jetzt durch Fäulnis abgebaut.
Das klinische Bild der Pansenfäulnis ist fatal (Abb. 47). Die betroffenen Tiere zeigen schwerste Allgemeinstörungen und sterben, wenn eine entsprechende Behandlung ausbleibt.
Zuerst erkranken immer wenige Einzeltiere. Es müssen aber sofort auf Herdenebene die verdorbenen Futtermittel aus der Ration entfernt werden. Frühe Anzeichen des Umkippens der Pansenalkalose in eine Pansenfäulnis sind schwere, profuse Durchfälle in Kombination mit einem massiven Leistungseinbruch.
Die Diagnostik ist über die Begutachtung der Futtermittel in Kombination mit der Pansensaftuntersuchung eindeutig (Abb. 47). Pansenfäulnis darf in einem gut geführten Bestand nicht auftreten.
Der Bekämpfungsschwerpunkt liegt in der Sicherung einer akzeptablen Qualität aller eingesetzten Futtermittel, insbesondere der Feuchtfuttermittel.

Parallel dazu führt die sommerliche Hitze zu einer zusätzlichen Belastung. Um überschüssige Wärme abzugeben, erhöhen die Kühe ihre Atemfrequenz und atmen vermehrt Kohlendioxid ab. Dies begünstigt eine respiratorische Alkalose, welche die bereits vorhandene metabolische Alkalose zusätzlich verstärken kann.
Gleichzeitig sinkt die Futteraufnahme. Die Pansenaktivität wird reduziert, die Wiederkauzeit nimmt ab und die mikrobielle Verdauung verliert an Effizienz. Die Kuh befindet sich damit in einer Situation, in der weniger Nährstoffe aufgenommen werden, während die Anforderungen zur Aufrechterhaltung von Homöostase und Thermoregulation steigen.
Zusätzlich können Nacherwärmung des Futters, Hefen, Schimmelpilze oder Endotoxine die Immunabwehr weiter belasten und entzündliche Prozesse fördern.
Betrachtet man diese Faktoren nicht isoliert, sondern in ihrem Zusammenwirken, entsteht ein Bild einer kumulativen Mehrfachbelastung. Stoffwechselstress durch veränderte Futterinhaltsstoffe, metabolische Alkalose, Hitzestress, reduzierte Pansenfunktion und eine anhaltende Aktivierung des Immunsystems greifen ineinander.
Die Folge ist nicht zwingend eine einzelne spezifische Erkrankung, sondern vielmehr ein Verlust an Robustheit.
Trockenheit → Futterveränderung → Alkalose + Stoffwechselstress → geringere Robustheit → Krankheiten werden wahrscheinlicher.
Die vielen Beobachtungen auf den Betrieben zeigen Probleme, die einzeln oft nicht erklärbar sind, dass die metabolische Alkalose eine Art unsichtbares Bindeglied zwischen Futteranalyse und Herdenproblemen darstellen könnte.
Und bei mir?
- Füttere ich täglich (besonders morgens/abends) frisch ?
- Versuche ich Nacherwärmung der Silage durch den Einsatz organischer Säuren/ Apfelessig zu vermeiden ?
- Habe ich die Gabe von Mineralfutter und Viehsalz um ca. 10% erhöht?
- Füttere ich Steinsalz, NatriumChlorid?
(Agro-Salz hat Trennmittel = niemals bei Hitze füttern) - Habe ich genug Chloride oder Schwefel in der Ration?, wie ist der DCAB?
- Setzte ich Pansenpuffer ein?
der stärkste Puffer ist Magnesiumoxid , weil nicht wasserlöslich
(OmyaFeed C MgO 100g-200g/Tier/Tag)
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Reines und natürliches Steinsalz
respiratorische Alkalose
Eine respiratorische Alkalose entsteht durch Hyperventilation, bei der zu viel Kohlendioxid aus dem Blut abgeatmet wird,
was den pH-Wert des Blutes erhöht.
Physiologischer Hintergrund
Bei einer respiratorischen Alkalose steigt der Blut-pH über 7,45, weil durch gesteigerte Atmung (Hyperventilation) zu viel CO₂ abgegeben wird. Dies führt zu einem Abfall des Kohlendioxidpartialdrucks (Hypokapnie) und entzieht dem Blut Protonen, wodurch es alkalischer wird.
Der Körper versucht dies teilweise über die Niere zu kompensieren, indem vermehrt Bicarbonat ausgeschieden wird.
Dies sollte nicht mit Füttern von Natriumbicarbonat ausgeglichen werden.
Systemische und neurologische Ursachen:
- Fieber oder erhöhter Stoffwechsel (Hitzestress)
- Metabolische Azidose als kompensatorische Reaktion
Die respiratorische Alkalose ist keine eigenständige Erkrankung, sondern ein Syndrom, das durch Hyperventilation ausgelöst wird. Ursachen können pulmonal, systemisch oder iatrogen sein. Entscheidend ist, die Grunderkrankung oder den Auslöser der Hyperventilation zu identifizieren, um die Alkalose gezielt zu behandeln.
Wichtig in diesem Zusammengang, ist die Versorgung mit Anionen für den Stoffwechsel.
Entweder ergänzt man mit Trockensteher Mineral oder gibt
Chlorid z.B. als NaCL (Steinsalz) und Schwefel als MgS .
Diese Anionen sollten zu gefüttert werden, als Ergänzung. Somit reduziert man eine Stoffwechselstörung.
- Reines und natürliches Steinsalz NaCl
Die natürlichen Lagerstätten von NutriKS Steinsalz - Natursalz befinden sich im Norden Deutschlands. Sie zeichnen sich durch ihren von Natur aus besonders hohen Anteil rein-weisser Salzkristalle aus. Das Salz wird in 400 bis 750m Tiefe schonend gewonnen.
Viele Salze im Futtermittelbreich beinhalten Trennmittel (bei Nachfrage bekommen Sie Auskunft , wird in der Schweiz nicht deklariert).
Die Wirkung von Trennmittel ist für den Stoffwechsel sehr schlecht, wenn es um einen Mangel an verfügbarem Chlorid für den Organismus geht.
Es gibt Tierbestände, in denen die Milchkühe bei freier Aufnahme bis zu 300g Steinsalz aufnehmen.
Überschüssiges Salz kann ausgeschieden werden und unterstützt dann die Ausgeglichenheit vom DCAB in Gülle und Boden ( zum Beispiel bei Kalium-Überschuss)
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